Das war das Jahr 1978 im BMW-Konzern

Das Jahr im Überblick

BMW 7er (E23)

BMW 7er (E23) – (Foto: HeierlonEigenes Werk, Gemeinfrei)

Januar

  • Unter Führung der beiden Geschäftsführer Peter Pollak-Bürgel und Robert Büchelhofer nimmt BMW Austria die Importeurs -Tätigkeit in Salzburg auf. Am 12. Januar 1978 versammeln sich 70 Automobil- und 50 Motorradhändler der neuen österreichischen Vertriebsorganisation zur 1. BMW-Austria-Händler-Tagung am Salzburger Mönchsberg.
  • BMW-Fahrer können jetzt einfacher zur TÜV-Plakette kommen. BMW-Werkstätten dürfen nach einer Vereinbarung mit der DEKRA Fahrzeuge nach § 29 der Straßenverkehrszulassungsordnung überprüfen. Hierfür wird eine Gebühr von 35 DM erhoben.
  • BMW mietet für ein halbes Jahr einen zusätzlicher Großrechner vom Typ IBM 158. Diese Übergangslösung ist dringend notwendig, da die bestehende Datenverarbeitung mit dem schnellen Unternehmenswachstum nicht mehr Schritt halten konnte.
  • BMW of North America in New Jersey gibt erstmals sogenannte „Commercial Papers“ aus, dabei handelt es sich um eine Art Schuldverschreibungen.  Papiere im Wert von bis zu 35 Millionen US-Dollar sind dabei bis zum Herbst 1978 bei Banken, Versicherungen und Industrieunternehmen auf dem amerikanischen Geldmarkt im Umlauf. Das Tochterunternehmen  beschafft sich damit den Großteil der benötigten Finanzmittel selbst.
  • Auf dem nord-amerikanischen Markt wird der BMW 733 i der Händlerorganisation, der Presse und der Öffentlichkeit vorgestellt.
  • LZ-4 wird in die Logistikzentrale übernommen, dabei handelt es sich um die bisherige „Auslandsfertigung und Fremdmontage“.
  • Im südafrikanischen BMW-Werk Rossfyn bei Pretoria wird ein Ausbildungszentrum eröffnet. Das neue Ausbildungszentrum bietet nicht nur Platz für 100 Auszubildende in einer modernen Lehrwerkstatt, es gibt hier auch Kurse für die Vorgesetzten im Werk und für das Händlerpersonal von BMW.
  • Um Leasing auch für Privatpersonen interessanter zu machen, stellt die BMW Leasing GmbH der Handelsorganisation das BMW-Privat-Leasing vor. Das bisherige Leasingverfahren richtet sich wegen der Steuervorteile überwiegend an Gewerbetreibende.
  • Intercas S. A., griechischer BMW-Importeur in Athen, zieht in ein neues Service-Zentrum mit modernem Teilelager um.
  • Zwischen der Hauptverwaltung in München und dem Teilelager in Dingolfing führt der BMW-Teiledienst ein Bildschirmverfahren ein, mit dem Eilaufträge in Direktübermittlung (Online-System)schneller abgewickelt werden können. Der Teiledienst erhält zudem eine Datenbank mit einer Speicherkapazität von 140 Millionen Zeichen.
  • Der BMW-Vorstand beschließt das BMW Dingolfing sein eigenes Kulturprogramm bekommt. Start soll im April 1978 sein.

Februar

  • Der Tarifabschluss 1978 macht’s möglich, 5 Prozent mehr Geld ab dem 01. Februar.
  • Für das vom Vorstand genehmigte Importzentrum BMW Austria mit Zentral-Ersatzteillager, Schulungsstätten, Verwaltungsgebäude mit Schauraum und Trainingszentrum im Salzburger Stadtteil Maxglan wird ein Grundstück gekauft. Mit den Vorbereitungsarbeiten für die Errichtung der Gebäude wird begonnen.
  • Der BMW 518 läuft in Südafrika vom Band, er ist für den Export in den Iran bestimmt. Der Export des Fahrzeuges beginnt im März.
  • Die Montage des BMW 320 im südamerikanischen Uruguay beginnt.
  • In Dallas eröffnet die nordamerikanische BMW-Tochtergesellschaft, BMW of North America, ein drittes zentrales Ersatzteilelager.
  • Im Münchner Euro-Industriepark läuft Ende Februar bei der BMW Marine GmbH die Null-Serie für Bootsmotoren an.
  • In München läuft die Fertigung des BMW 323 i mit anfänglich 20 Fahrzeugen pro Tag an. Die Nachfrage nach diesem leistungsstarken Sechszylinder-BMW mit Benzineinspritzung ist enorm.
BMW M1 Procar im BMW-Showroom am Kurfürstendamm in Berlin

BMW M1 Procar im BMW-Showroom am Kurfürstendamm in Berlin (Von Olli1800Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link)

März

  • Der Forschungsbereich Zentralversuch erweitert seine Laborkapazitäten für Erprobungen zum Thema Leichtbau, für Festigkeitsversuche wird eine externe Firma aus Ottobrunn beauftragt.
  • Im ZDF Sportstudio präsentiert Moderator Dieter Kürten zusammen mit BMW-Rennleiter Jochen Neerpasch die Gruppe-4-Version des M 1 in den Farben der Motorsport GmbH erstmals den deutschen Autofans.
  • Dank des neuen IBM-Rechners 158 ist es jetzt möglich, Bildschirmanwendungen auf das Mehrrechner-System zu übernehmen.
  • Durch den Anschluss des Entwicklungsressorts-Rechners an die Datenzentrale in Gebäude 2 wird die Datenfernverarbeitung auch für die Entwicklungsabteilung möglich.
BMW 5er (E12)

BMW 5er (E12) – (CC BY-SA 3.0, Link)

April

  • Der Produktionsplan für die Fertigung wird wie die meisten Daten durch EDV verwaltet. Durch die Verteilung der Daten in mehrere Programmbereiche innerhalb der EDV brauchen Computerantworten jetzt nicht mehr Minuten, sondern nur noch durchschnittlich 7 1/2 Sekunden.
  • BMW unterzeichnet einen Übernahmevertrag für die niederländische Importfirma  Alimpo NV zum 01.01.1979. Mit dieser 8. Tochtergesellschaft verfügt die BMW AG über eine eigene Vertriebsgesellschaft in den Niederlanden.
  • Die Produktion in den bayerischen BMW-Werken muss für 4 Tage eingestellt werden. Grund ist ein IG Metall Streik in Baden-Württemberg. Am 10. April laufen die Montagebänder in allen Werken wieder an.
  • In Thailand beginnt die Montage des BMW 520.
  • Im Hochregallager Dingolfing nimmt der BMW-Teiledienst den Probebetrieb mit automatisch und elektronisch gesteuerte Gabelhubwagen nach dem „Fahrerlosen Transportsystem“ auf.
  • Das neue Teileversorgungslager mit über 1800 qm wird bei der Frankfurter BMW-Niederlassung eröffnet.
  • Die australische Vertriebsorganisation zieht in ein neues Importzentrum mit 2280 qm großem Teilelager um.
  • Die Hauptverwaltung von BMW Italia zieht in ein modernes Bürohochhaus im Zentrum Mailands ein. Der Umzug war notwendig geworden, da die alten Büros wegen der neu angegliederten Leasing-Abteilung zu klein geworden waren.
  • Der Gesamtbetriebsrat der BMW AG wird neu aufgestellt. GBR-Vorsitzender wird wieder Kurt Golda, Stellvertretender Vorsitzender wird Hans Vilsmeier und Protokollführer Willi Seidel.
  • Das BMW-Kulturprogramm in Dingolfing wird mit einem klassischen Konzert der Münchner Philharmoniker eröffnet.
BMW 3er (E21)

BMW 3er (E21) – (Von Rudolf StrickerEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link)

Mai

  • Die Montage der 3er-Serie in Thailand beginnt.
  • Der Vorstandsvorsitzende der BMW AG, Eberhard von Kuenheim, kündigt an bis 1980 2000 neue Mitarbeiter im Werk Dingolfing einzustellen.
  • Am 22. Mai geht die neue „kleine“ Baureihe mit den Modellen R 45 und R 65 in Serie. Damit werden in Berlin zum ersten Mal zwei Modellreihen nebeneinander gebaut.
BMW 6er Coupé (1975–1982)

BMW 6er Coupé (1975–1982) – (Von Stahlkocher – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link)

Juni

  • Im Juni wird die erste von insgesamt vier zusätzlichen Schichten gefahren, um die Lieferfristen zu verkürzen.
  • Beim Gewinnprogramm für BMW-Mitarbeiter stehen Schuldverschreibungen für fast sieben Millionen Mark zur Verfügung. 7847 Mitarbeiter machen von dem Angebot Gebrauch und zeichnen für 8,318 Millionen Mark. Die Grundzeichnungsbeträge müssen wegen dieser Überzeichnung gekürzt werden.
  • Ein Importeurs-Vertrag wird für Saudi-Arabien abgeschlossen.
  • Zum Verkaufsstart des BMW 635 CSi finden verschiedene Verkaufskonferenzen mit insgesamt rund 1600 Verkäufern und Führungskräften der BMW Handelsorganisation statt.
  • Die BMW-Niederlassung Stuttgart eröffnet ihr neues Teileversorgungslager mit einer Größe von 2900 qm.
  • Eine internationale Verkaufsförderungsaktion für BMW-Kunden unter dem Motto „Die 48 Stunden von BMW bei den 24 Stunden von Le Mans“ wird in Le Mans mit 737 Teilnehmern aus Belgien, England, Frankreich und Spanien veranstaltet. Auf der 24-Stunden-Rennstrecke drehen Hunderte von BMWs insgesamt 277 Runden.

Juli

  • Die BMW Kredit GmbH heißt ab jetzt BMW Kredit-Bank GmbH.
  • Die BMW Marine Engines Ltd. wird in England als neue BMW-Tochtergesellschaft gegründet. Sie nimmt 1979 nicht nur die Marine-Aktivitäten in Großbritannien auf, sondern bereitet auch die Übernahme des BMW-Fahrzeuggeschäfts auf dem britischen Markt durch die BMW AG vor.
  • Jochen Neerpasch, Vorsitzender der Geschäftsführung der BMW M GmbH, überrascht die Sportwelt beim Grand-Prix von Deutschland in Hockenhelm mit der Vorstellung der „Pro-Car-Rennserie 1979″, einer eigenen Rennserie für den BMW M 1.
  • Zwei Rennen vor Ende der Europameisterschaft steht Bruno Giacomelli als neuer Formel-2-Europameister fest.
  • Ein doppelt so schneller Rechner kommt, der IBM-Rechner 158 wird gegen einen IBM 3032 ausgetauscht. Die notwendige Wasserkühlung wird mit Hubschrauberhilfe auf dem Hochhausdach montiert.
  • BMW bekommt Motorenprüfstände mit EDV-Steuerung und -Überwachung. Jetzt sind erstmals Dauerlauferprobungen im 24-Stunden-Betrieb auch ohne Aufsicht möglich. Bei Gefahr oder Ausfall wichtiger Bauteile schalten sich die Prüfstände selbständig aus.
  • In Frankreich führt BMW France eine Pannenhilfe für europäische BMW-Fahrer ein. Die so genannte „Mondial Assistance“ gibt rund um die Uhr Auskunft über den nächsten BMW-Händler, veranlasst Pannenhilfe oder sorgt für das Abschleppen des Fahrzeuges. Zusätzlich stellt sie bei Bedarf einen Leihwagen zur Verfügung oder veranlasst Reservierungen bei Hotels, Eisenbahn oder Flugzeug.

August

  • Bei BMW gibt es die größte Kapitalerhöhung in der Geschichte der Aktiengesellschaft. Das Grundkapital wird um 104 Millionen DM auf 500 Millionen DM erhöht.
  • Vize-Europameister in der Formel 2 wird Marc Surer, auf March-BMW, durch einen zweiten Platz in Misano.
  • BMW erzielt im Monat August ein Rekordergebnis in Frankreich. 1641 Zulassungen, das entspricht 1,16 Prozent Marktanteil.

September

  • In Stuttgart-Vaihingen wird eine neue BMW-Niederlassung offiziell eröffnet.
  • BMW Belgium erhöht sein Gesellschaftskapital um 20 Millionen auf 66 Millionen belgische Franc.
  • In Dielsdorf, in der Schweiz, wird ein neues Teilelager eingeweiht.
  • Die Motorrad GmbH stellt auf der IFMA in Köln die neuen BMW-Modelle R 100 FIT und R 100 T vor.
  • In Portugal läuft der BMW 316 an, damit wird ein CKD-Markt (Completely Knocked Down) wiedergewonnen, der durch die politische Entwicklung einige Zeit nicht bedient werden konnte.
  • Der erste Laser-Drucker geht in-Betrieb, schneller als je zuvor druckt er die EDV- Daten aus. Ein weiterer Vorteil ist, dass der neue Drucker  auch Formularmasken und grafische Darstellungen drucken kann.
  • Bruno Giacomelli, Marc Surer und Manfred Winkelhock, alle March-BMW, belegen die Plätze 1, 2 und 3 beim letzten Rennen der Formel-Il-Europameisterschaft in Hockenheim.

Oktober

  • Harald Ertl sichert sich auf dem Nürburgring als erster BMW-Pilot, mit seinem BMW 320 Turbo, den Titel des Deutschen Automobilrennsportmeisters.
  • Der neue BMW M1 hat auf dem Pariser Automobilsalon offizielle Weltpremiere.
  • Erfolgreicher Abschluss der Verhandlungen über die Zusammenarbeit auf dem Diesel-Motoren-Sektor mit der österreichischen Steyr-Daimler-Puch AG. 1979 wird die gemeinsame Tochtergesellschaft „BMW-STEYR Motoren Gesellschaft m. b. H.“ gegründet.
  • Siegfried Sengteller löst bei der BMW Motorrad GmbH in Berlin Graf von der Schulenburg ab und übernimmt kommissarisch bis Jahresende die Geschäftsführung. Von der Schulenburg hat die BMW Tochtergesellschaft überraschend verlassen um sich seinem eigenen Familienunternehmen zu widmen.  Bei BMW Italia wird Dr. Dörpinghaus kaufmännischer Geschäftsführer.
  • In Palazzolo beginnt der Neubau des Teilelagers von BMW Italia.
  • Die Schweizer BMW-Tochter wird als letzte Vertriebsgesellschaft an das FIT-System angeschlossen („Finanz-Informations-System für Tochtergesellschaften“). Damit können alle BMW-Vertriebstochtergesellschaften weltweit monatlich über ein einheitliches EDV-System an die BMW AG berichten.
  • Zum Teiledienst-Tag in Dingolfing kommen 315 Geschäftspartner aus dem In- und Ausland. Zeitgleich wird das neue Hochregallager offizielle in Betrieb genommen.
  • Beim ersten BMW-Techniktag in Lenggries haben Fachjournalisten die Möglichkeit Prototypen des neuen BMW Diesel zu fahren, der Anfang der 80er Jahre in Serie gehen soll.
  • Im Marketing-Trainingszentrum startet für den BMW-Verkäufernachwuchs ein neues Schulungsprogramm. Die Teilnehmer werden in der ersten Woche in Automobiltechnik unterrichtet, nutzen das Erlernte dann in 6-8 Wochen im eigenen Betrieb an und vertiefen ihre Kenntnisse anschließend in einer zweiten Seminar-Woche.
  • Richtfest für das aero- / thermodynamische Versuchszentrum.

November

  • Der Vorstandsausschuss von BMW genehmigt die Gründung der Bavaria Lloyd Reisebüro GmbH. Das Reiseunternehmen wird ab Februar 1979 im Olympischen Dorf seine Arbeit aufnehmen.
  • Die Pläne für ein französisches Importzentrum in St. Quentin in der Nähe von Paris sind abgeschlossen.
  • Folge des neuen Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) ist eine Zugangskontrolle zum EDV-Bereich. Die dortigen Mitarbeiter sind mit sichtbar getragenen Ausweisen gekennzeichnet.
  • Zum ersten Mal wird in einem europäischen Exportland die 20 000er Marke innerhalb eines Jahres überschritten. Ende November liefert BMW Italia den 20 000sten BMW an einen Händler.
  • Die Zulassungsgrenze von 10 000 BMW wird In der Schweiz wird zum ersten Male überschritten.

Dezember

  • Die Importtätigkeit auf dem australischen Markt übernimmt BMW zum Jahreswechsel.
  • In Berlin wird bei der Motorrad GmbH Richtfest für eine neue Halle gefeiert.
  • Mit der Installation des Großrechners IBM 3033 hat BMW wieder Anschluss an die aktuellste EDV-Technologie. Auch die Verfahrenstechnik in der Datenzentrale, wird auf den aktuellsten Stand gebracht.
  • BMW plant ein „technisch-wissenschaftliches Rechenzentrum“. Der dazu erforderliche Computer ist bereits da, und steht in Gebäude 2. Mitte des Jahres 1979 soll er dann in die Entwicklung umziehen.

Buchtipps

BMW – die schönsten Modelle: 100 Jahre Design und TechnikBMW - die schönsten Modelle: 100 Jahre Design und Technik auto motor und sport Edition – 100 Jahre BMW BMW M3: Entwicklung – Modelle – Technik

Auch interessant

Was macht BMW Motorsport?

 

Quelle: BMW Group