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17. Dezember 1903 – Die Brüder Wright heben mit dem Wright Flyer zum ersten gesteuerten Motorflug ab

Der Flug der Brüder Wright markiert den Beginn der „Pionierzeit“ der Luftfahrt

Der Wright Flyer (später auch Flyer I oder 1903 Flyer genannt) war das erste motorisierte Fluggerät, das schwerer als Luft war und das erfolgreiche zu einem gesteuerten Flug abhob. Es wurde von den Gebrüdern Wilbur und Orville Wright entworfen und gebaut. Sie flogen es viermal am 17. Dezember 1903, in der Nähe von Kill Devil Hills, etwa vier Meilen südlich von Kitty Hawk, North Carolina, USA. Heute wird das Flugzeug im National Air and Space Museum in Washington D.C. ausgestellt. Die „U.S. Smithsonian Institution“ beschreibt das Flugzeug als „die erste angetriebene, schwerere Maschine, die einen kontrollierten, dauerhaften Flug mit einem Piloten an Bord ermöglicht“. Der Flug der Brüder Wright markiert den Beginn der „Pionierzeit“ der Luftfahrt.

Erster erfolgreicher Flug des Wright Flyers durch die Gebrüder Wright. Der Wright Flyer flog 36,6 m (120 ft) in 12 Sekunden um 10:35 Uhr Ortszeit in Kill Devil Hills, North Carolina. Orville Wright war der Pilot der Maschine und lag auf dem unteren Flügel mit seinen Hüften in der Wiege, die die Flügelsteuerung betätigte. Wilbur Wright lief nebenher, um die Maschine auszubalancieren. Im Moment der Fotoaufnahme gibt er gerade den vorderen rechten Flügel frei. Hinter der Maschine sind die Startschiene, die Flügelauflage, ein Spulenkasten und andere für die Flugvorbereitung notwendige Gegenstände sichtbar. Dieser Flug wird zwar von der FAI (Fédération Aéronautique Internationale) als "der erste richtige und kontrollierte Motorflug" bezeichnet, wird aber trotzdem nicht als offizieller Rekord geführt.

Erster erfolgreicher Flug des Wright Flyers durch die Brüder Wright. Der Wright Flyer flog 36,6 m (120 ft) in 12 Sekunden um 10:35 Uhr Ortszeit in Kill Devil Hills, North Carolina. Orville Wright war der Pilot der Maschine und lag auf dem unteren Flügel mit seinen Hüften in der Wiege, die die Flügelsteuerung betätigte. Wilbur Wright lief nebenher, um die Maschine auszubalancieren. Im Moment der Fotoaufnahme gibt er gerade den vorderen rechten Flügel frei. Hinter der Maschine sind die Startschiene, die Flügelauflage, ein Spulenkasten und andere für die Flugvorbereitung notwendige Gegenstände sichtbar. Dieser Flug wird zwar von der FAI (Fédération Aéronautique Internationale) als „der erste richtige und kontrollierte Motorflug“ bezeichnet, wird aber trotzdem nicht als offizieller Rekord geführt. (Von John T. DanielsDieses Bild ist unter der digitalen ID ppprs.00626 in der Abteilung für Drucke und Fotografien der US-amerikanischen Library of Congress abrufbar.Diese Markierung zeigt nicht den Urheberrechtsstatus des zugehörigen Werks an. Es ist in jedem Falle zusätzlich eine normale Lizenzvorlage erforderlich. Siehe Commons:Lizenzen für weitere Informationen.Deutsch | +/−Full URL – http://www.loc.gov/pictures/resource/ppprs.00626/, Gemeinfrei, Link)

Der Rahmen des Wright Flyer bestand aus Fichtenholz

Der Flyer I basiert auf der Erfahrung der Wrights, die zwischen 1900 und 1902 bei Kitty Hawk Segelflugzeuge getestet haben. Ihr letztes Flugzeug, der Gleiter von 1902, führte direkt zum Design des Wright Flyers. Die Brüder Wright bauten das Flugzeug im Jahr 1903 aus Fichtenholz als Baumaterial für den Rahmen. Die Tragflächen wurden mit einer Flügel-Wölbung von 1:20 konstruiert. Da sie keinen geeigneten Automotor für diese Aufgabe finden konnten, beauftragten sie ihren Mitarbeiter Charlie Taylor, einen geeigneten Motor von Grund auf neu zu konstruieren. Ein aus der Fahrradtechnik entlehnter Kettenantrieb trieb die ebenfalls von Hand gefertigten Doppelpropeller an.

Der Pilot steuerte den Flyer mit den Hüften

Das Flugzeug war ein Entenflügel-Doppeldecker. Wie bei den damaligen Segelflugzeugen üblich, flog der Pilot auf dem Bauch liegend auf dem unteren Flügel mit dem Kopf nach vorn, um den Luftwiderstand zu reduzieren. Er steuerte das Flugzeug, indem er einen Schlitten bewegte, der an seinen Hüften befestigt war. Der Schlitten zog an Drähten, die an den Tragflächenenden zogen und gleichzeitig das Ruder drehten. Die „Startbahn“ des Wright Flyers war ein 2×4 Zoll großes Gleis, das von den beiden Brüdern scherzhaft als „Junction Railroad“, also „Eisenbahnknotenpunkt“, bezeichnet wurde.

Beim Erstflug war das Flugzeug kaum kontrolliert zu steuern

Der Wright Flyer wurde als ein durch Steuerung kontrollierbares Flugzeug konzipiert, da es den Brüdern Wright primär um die Steuerung des Flugzeuges ging. Die Eigensteuerung bzw. ein stabiles Eigenflugverhalten wurde von den Wrights dabei ganz außer Acht gelassen. Beim Erstflug stellten sie dann jedoch fest, dass das Flugzeug so hochgradig instabil war, dass es kaum kontrollierbar zu fliegen war. Nach dem Flug wurde der Nase Ballast hinzugefügt, um den Schwerpunkt nach vorne zu verlagern um die Nick-Stabilität zu verringern. Allerdings wurden die Grundlagen der Nick-Stabilität der Canard-Auslegung ihres Flugzeuges von den Brüdern Wright nicht verstanden. F.E.C. Culick erklärte dazu: „Der rückständige Zustand der allgemeinen Theorie und des Verständnisses der Flugmechanik behinderte sie…. In der Tat war die gravierendste Wissenslücke wahrscheinlich der Hauptgrund für ihren unbewussten Fehler bei der Auswahl ihrer Canard-Konfiguration“.

Der erste Flugversuch am 14. Dezember 1903 scheiterte noch

Nach ihrer Rückkehr nach Kitty Hawk im Jahr 1903, schlossen die Wrights die Montage des Wright Flyers ab, während sie gleichzeitig mit einem Segelflugzeug aus dem vorhergehenden Jahr 1902 Flugübungen machten. Am 14. Dezember 1903 fühlten sich die Beiden bereit für ihren ersten Motorflugversuch. Mit Hilfe von Männern aus der nahegelegenen Rettungsstation setzten die Wrights das Flugzeug und seine Startschiene in die Steigung einer nahegelegenen Sanddüne, Big Kill Devil Hill, um einen schwerkraftunterstützten Start durchzuführen. Die Brüder Wright warfen eine Münze, um zu entscheiden, wer den ersten Flugversuch durchführen sollte, und Wilbur gewann. Das Flugzeug verließ die Startschiene, aber Wilbur zog den Wright Flyer zu stark hoch, blockierte und kam nach etwa drei Sekunden mit geringfügigen Schäden wieder zum Stehen. Die Reparaturen nach dem gescheiterten Erstflug dauerten drei Tage.

Am 17. Dezember 1903 war es dann endlich soweit

Als der Flieger am 17. Dezember wieder einsatzbereit war, betrug der Wind durchschnittlich mehr als 20 Meilen pro Stunde, und so legten die Brüder die Startschiene diesmal auf ebenem Boden, in den Wind gerichtet, in der Nähe ihres Lagers. Diesmal sorgte der Wind, statt eines Bergab- Starts, für die nötige Fluggeschwindigkeit zum Start. Da Wilbur bereits den ersten Flugversuch unternommen hatte, versuchte Orville diesmal  sein Glück. Sein erfolgreicher Flug dauerte 12 Sekunden, er legte dabei eine Flugstrecke von 120 Fuß zurück, das entspricht etwa 36,5 Meter. Wilbur und Orville machten an diesem Tag abwechselnd noch drei weitere Tiefflüge. Die Flugrouten waren alle geradlinig, Kurvenflüge wurden nicht versucht. Jeder dieser Flüge endete in einer holprigen und unbeabsichtigten „Landung“. Der letzte Flug durch Wilbur dauerte ganze 59 Sekunden und ging über eine Stecke von 852 Fuß, was etwa 260 Meter entspricht. Dieser Flug war viel länger als jeder der drei vorhergehenden Flüge mit 120, 175 und 200 Fuß Länge.

Foto des Wright Flyers im Smithsonian Institute. Die Ansicht ist von vorne links, die Maschine fliegt also von rechts nach links. Ein Modell des Piloten liegt auf dem unteren Flügel

Foto des Wright Flyers im Smithsonian Institute. Die Ansicht ist von vorne links, die Maschine fliegt also von rechts nach links. Ein Modell des Piloten liegt auf dem unteren Flügel (Von Self Rcbutcher – Self Rcbutcher, Gemeinfrei, Link)

Der Wright Flyer I aus dem Jahr 1903 sollte nie wieder fliegen

Durch die letzte Landung brachen die vorderen Höhenruderstützen, die die Wrights für einen geplanten 6 km langen Flug nach Kitty Hawk wieder reparieren wollten. Doch dazu kam es nicht mehr, da  eine schwere Windböe das Flugzeug erfasste und es überschlug. Dabei wurde der Flyer so schwer beschädigte,  das es keine Hoffnung mehr  auf eine Reparatur mehr gab. Das zerstörte Flugzeug wurde daraufhin in Dayton eingelagert und bei einem Hochwasser im Jahr  1913 fast vollständig zerstört.  In den folgenden zwei Jahrzehnten wurde der Wright Flyer auf zahlreichen Ausstellungen gezeigt. Im Jahr 1928 wurde das Flugzeug in das Science Museum nach London gebracht. Nach dem Tod von Orville Wright im Jahr 1948 kehrte die Maschine wieder in die USA zurück und wurde daraufhin im Arts and Industries Building des Smithsonian Institute in Washington, D.C. gezeigt. Seit 1976 bildet der Flyer I das zentrale Ausstellungsstück der Sammlung des National Air and Space Museums in  Washington, D.C.

Buchtipps

Gustav Weißkopf und die Brüder Wright Eine Studie über die Entwicklung der Flugmaschine Die Bruder Wright

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Quelle: Wikipedia

Von |2018-08-07T12:44:35+02:00Dezember 17th, 2017|Kalenderblatt|0 Kommentare

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