//16.12.1971 – Die U-Bahn von Sapporo wird eröffnet

16. Dezember 1971 – Die U-Bahn von Sapporo wird eröffnet

Die U-Bahn von Sapporo wurde als vierte U-Bahn Japans eröffnet

Das U-Bahn-System der Stadt Sapporo im Norden Japans auf der Insel Hokkaidō wurde als Japans viertes U-Bahn-Netz am 16. Dezember 1971 eröffnet und besteht aus drei Linien. Das U-Bahn-Netz der Stadt hat eine Gesamtlänge von 48 km und fährt 46 Stationen an. Die Strecken der U-Bahn Sapporo werden mit einem  zentralen Umsteigebahnhof betrieben, von dem aus alle Linien linear verkehren, im Gegensatz zu kreisverlaufenden Ringstrecken wie zum Beispiel die U-Bahn von Glasgow. Odori ist der zentrale Umsteigebahnhof. Die Tōhō-Linie und die Namboku-Linie erreichen den Hauptbahnhof der Stadt, und von der Tōzai-Line und der Namboku-Linie kann in das städtische Straßenbahn-Netz  gewechselt werden. Die Betriebszeiten sind von 6:15 Uhr früh bis 00:00 Uhr Mitternacht mit einer Frequenz von 3 bis 4 Minuten während der Hauptverkehrszeit und bis zu 7 Minuten während der Nebenverkehrszeit. Die U-Bahn wird von bis zu 208,4 Millionen Fahrgästen pro Jahr genutzt.

Erhaltene Sapporo U-Bahn der ersten Generation (Baureihe 1000)

Erhaltene Sapporo U-Bahn der ersten Generation (Baureihe 1000) (Von 100yenEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link)

Die Technik der U-Bahn ist weltweit einmalig

Alle Linien der U-Bahn fahren mit gummibereiften Wagen, die auf zwei flachen Rollenbahnen fahren, die von einer einzigen zentralen Schiene geführt werden. Dieses System ist einzigartig unter den U-Bahnen in Japan und dem Rest der Welt. Es gibt Unterschiede zwischen der Technologie der älteren Namboku-Linie und der neueren Tōzai- und Tōhō-Linie. Die Namboku-Linie verwendet eine T-förmige Führungsschiene, Doppelbereifung und eine Schienenstromabnahme, während die Tōzai -und Tōhō-Linie eine I-förmige Führungsschiene, Einzelbereifung und Oberleitungsstromabnahme verwenden. Außerdem besteht die Oberfläche der Rollbahnen entweder aus Kunststoff (auf der gesamten Namboku-Linie und dem Mittelteil der Tōzai-Linie) oder aus Stahl (auf den äußeren Abschnitten der Tōzai-Linie und der gesamten Tōhō-Linie).

Acht-Wagen-Zug der Baureihe 3000 (Einsatzzeit 1978 bis 2012) auf der Namboku-Linie

Acht-Wagen-Zug der Baureihe 3000 (Einsatzzeit 1978 bis 2012) auf der Namboku-Linie (Von Roberto Dahigo Zahito NaganoEigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, Link)

Namboku-Linie (dt. Süd-Nord-Linie)

1969 wurde mit dem Bau der Namboku-Linie begonnen. Im Dezember 1971 wurde die Linie noch rechtzeitig vor den Olympischen Winterspielen 1972 fertiggestellt, die in Sapporo stattfanden. Der 4,4 km lange Südabschnitt der ursprünglich 12,1 km langen Strecke verläuft zwischen den Stationen Makomana und Hiragishi oberirdisch. Dieser Streckenabschnitt ist mit einem Dach versehen, um die Gleise vor den häufigen Schneefällen im Winter zu schützen.  Heute hat die Namboku-Linie eine Gesamtlänge von 14,3 km, nachdem Sie im Jahr 1978 nach Norden hin um 2,2 km verlängert wurde. Die Stromversorgung der Bahn erfolgt mit 750 V Gleichstrom über eine Stromschiene.

Sieben-Wagen-Zug der Baureihe 6000 (Einsatzzeit 1976 bis 2008) auf der Tōzai-Linie

Sieben-Wagen-Zug der Baureihe 6000 (Einsatzzeit 1976 bis 2008) auf der Tōzai-Linie (Von Bellz asamidou in der Wikipedia auf Japanisch, CC BY-SA 3.0, Link)

Tōzai-Linie (dt. Ost-West-Linie)

Die heute 20,1 km lange Strecke wurde am 10. Juni 1976 mit einer Länge von 9,9 km eröffnet. Am 21. März 1982 wurde sie um 7,4 km und am 25. Februar 1999 nochmals um 2,8 km verlängert. Über eine Oberleitung werden die Züge mit 1500 V Gleichstrom versorgt.

Sieben-Wagen-Zug der Baureihe 8000 (seit 1998 im Einsatz) auf der Tōzai-Linie

Sieben-Wagen-Zug der Baureihe 8000 (seit 1998 im Einsatz) auf der Tōzai-Linie (Von bellz_asamidou , CC BY-SA 3.0, Link)

Tōhō-Linie

Der Name der Tōhō-Linie setzt sich aus den japanischen Anfangsbuchstaben der beiden Stadtbezirke Higashi  und Toyohira zusammen, die diese Linie miteinander verbindet. Die  Tōhō-Linie ist die kürzeste der drei U-Bahn-Linien und wurde am 2. Dezember 1988 eröffnet. Im Jahr 1994 wurde sie um 5,5 km von den ursprünglichen 8,1 km auf die heutige Streckenlänge von 13,6 km erweitert. Die Stromversorgung mit 1500 V Gleichstrom erfolgt über eine Oberleitung. Es bestehen Pläne, die Tōhō-Linie um weitere drei Stationen nach Südosten zu verlängern. Eine Realisierung dieser Pläne ist zur Zeit  aber eher unwahrscheinlich, da die Fahrgastzahlen der U-Bahn in Sapporo leicht rückläufig sind.

Vier-Wagen-Zug der Baureihe 9000 (seit 2015 im Einsatz) auf der Tōhō-Linie

Vier-Wagen-Zug der Baureihe 9000 (seit 2015 im Einsatz) auf der Tōhō-Linie (Von bellz_asamidouja:File:20150521 163906 sapporo subway toho9000 h08.jpg (Uploaded 2015-05-21), CC BY-SA 3.0, Link)

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By |2018-02-13T23:36:58+01:00Dezember 16th, 2017|Kalenderblatt|1 Comment

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  1. […] seit ihrer Eröffnung nie erweitert. Die meisten anderen U-Bahnen der Welt, wie zum Beispiel die U-Bahn von Sapporo, verlaufen linear von einem zentralen Umsteige-Bahnhof in die verschiedenen […]

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