11. August 1677 – Großer Stadtbrand von Rostock

Von 2000 Häusern gingen ungefähr 700 verloren

Der Stadtbrand von Rostock am 11.08.1677

Der Stadtbrand von Rostock am 11.08.1677 (Kupferstich: Amadeus von Friedleben, Verunruhigter Holländischer Löwe, Teil X, Nürnberg 1678, Gemeinfrei, Link)

Der Stadtbrand von Rostock oder auch Große Stadtbrand des Jahres 1677 war eine Feuerkatastrophe, durch welche rund ein Drittel der mittelalterlichen Bausubstanz insbesondere im Osten und Norden des historischen Stadtkerns der Hansestadt Rostock vernichtet wurde. Dieser Stadtbrand war neben den britischen Luftangriffen Ende April 1942 eine der beiden Katastrophen der Rostocker Stadtgeschichte, die das ursprüngliche Stadtbild Rostocks als spätmittelalterlicher Kaufmannsstadt für immer veränderten. Am Samstag, dem 11. August 1677, brach bei dem Bäcker Joachim Schulze in der Altschmiedestraße, Ecke Große Goldstraße, ein Feuer aus, das schnell auf die Nachbargebäude übergriff. Gefördert durch einen trocken-heißen Südostwind breitete sich das Feuer in Nordwest-Richtung aus, so dass bald nahezu das gesamte Stadtgebiet zwischen Petri- und Nikolaikirche in Flammen stand. Die beiden Gotteshäuser wurden zwar von dem Inferno verschont, die Klosterkirche des ehemaligen Katharinenklosters hingegen wurde zerstört. Da die Altstadt, das Gebiet zwischen der Grube, der heutigen Grubenstraße und der östlichen Stadtmauer, allseits von Wasser umgeben war, hofte man, dass sich der Stadtbrand von Rostock auf dieses Stadtgebiet beschränken würde. Allerdings griff es über die Brücken, die die Grube überspannten, auf die nördliche Mittelstadt über. Dort wurden das Stadtgebiet nördlich des Vogelsangs und östlich des Rathauses schwer verwüstet.

Ungefähr 700 Häuser gingen durch das Feuer verloren

Das Feuer konnte erst am Folgetag, dem 12. August, unter Kontrolle gebracht und so die Gefahr für Marienkirche und Rathaus abgewendet werden. Einsetzender Regen half, die letzten Brandnester zu löschen. Bis dahin hatte sich der Brand bis zum Wokrentertor ausbreiten können. Von 2000 registrierten Häusern gingen durch das Feuer ca. 700 verloren, der größte Teil in der Alt- und nördlichen Mittelstadt. Hinzu kam eine große Anzahl von Wohnkellern, welche den ärmeren Stadtbewohnern, insbesondere in der weniger begüterten Altstadt, als Obdach dienten. In den zum Stadthafen führenden Straßen der nördlichen Mittelstadt wurden wertvolle gotische Giebelhäuser, die zumeist als Brauhäuser dienten, vernichtet. Dadurch wurde auch das Brauwesen, welches ein Rückgrat der Rostocker Wirtschaft darstellte, schwer getroffen. Die Kunde über den Stadtbrand von Rostock verbreitete sich damals in ganz Europa.

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Quelle: wikipedia.org