10. August 1512 – Untergang der Marie la Cordelière und der Regent

In der Seeschlacht von Saint Mathieu gingen die bretonische Marie la Cordelière und die englische Regent unter

Die französische Marie la Cordelière im Todeskampf mit der englischen Regent auf einem Gemälde von Pierre-Julien Gilbert aus dem Jahr 1838

Die bretonische Marie la Cordelière im Todeskampf mit der englischen Regent auf einem Gemälde von Pierre-Julien Gilbert aus dem Jahr 1838 (Bild: Musée des beaux-arts de Brest, Gemeinfrei, Link)

Die Seeschlacht von Saint Mathieu fand am 10. August 1512 vor der bretonischen Küste nahe Brest, zwischen der französisch-bretonischen Flotte und der englischen Flotte, statt. Es war wahrscheinlich die erste Seeschlacht, in der Kanonen auf speziellen Geschützdecks eingesetzt wurden. An der Seeschlacht nahmen 25 englische Schiffe unter dem Kommando von Sir Edward Howard und 22 französisch-bretonischen Schiffe unter dem Kommando von René de Clermont teil. Die Seeschlacht von Saint Mathieu war eine von zwei Seeschlachten, die vom englischen König Heinrichs VIII. ausgetragen wurden. Während der Schlacht wurden die Marie la Cordelière und die Regent durch eine große Explosion an Bord der Marie la Cordelière zerstört. Obwohl der Krieg der Liga von Cambrai, manchmal auch als der Krieg der Heiligen Liga bekannt, weitgehend ein italienischer Krieg war, nahm fast jede bedeutende Macht in Westeuropa an dem einen oder anderen Schauplatz teil, einschließlich Frankreich, England und der Bretagne. Letztere war damals unabhängig von Frankreich, obwohl beide eng miteinander verbunden waren.

Die Marie la Cordelière war mit 1.000 Tonnen eines der größten Schiffe ihrer Zeit

Als im April 1512 der Krieg zwischen Ludwig XII. von Frankreich und Papst Julius II. ausbrach, wurde der Engländer Edward Howard zum Admiral einer Flotte ernannt, die von König Heinrich VIII. geschickt wurde, um das Meer zwischen Brest und der Themse zu kontrollieren. Howard beschlagnahmte Schiffe verschiedener Nationalitäten unter dem Vorwand, dass sie französische Ladungen transportieren würden. Anfang Juni eskortierte er eine Flotte in die Bretagne, die König Heinrich VIII. unter dem Kommando von Thomas Grey, dem zweiten Marquis von Dorset, nach Frankreich schickte, in der Hoffnung, Guyenne zurück zu erobern. Mit dem Ende des Hundertjährigen Kriegs  im Jahr 1453 wurde das Gebiet der Guyenne als Provinz in das Königreich Frankreich eingegliedert. Howard überfiel Le Conquet und Crozon an der bretonischen Küste. Im Juni und Juli kontrollierte Howard den Ärmelkanal und soll mehr als 60 Schiffe geentert haben. Im August hatte sich eine französisch-bretonische Flotte in Brest versammelt und Howard zog los, um diese anzugreifen. Die beiden bretonischen Hauptschiffe Marie la Cordelière und Petite Louise standen Howard gegenüber, um den Rückzug ihrer Flotte in den Hafen von Brest abzudecken. Unter englischem Beschuss segelte die Marie la Cordelière mit 1.000 Tonnen, eines der größten Schiffe ihrer Zeit in Richtung Regent, mit 600 Tonnen das größte und mächtigste Schiff der englischen Marine. Die Souverän und die Mary James eilten zur Rettung der Regent herbei und bedrängten die Cordelière, während das überlegene Feuer der Mary Rose die Petite Louise schwer beschädigte und zum Rückzug zwang. Die Cordelière blieb darauf hin allein in der englischen Flotte, mit Ausnahme der kleinen Nef-de-Dieppe, die die englischen Schiffe belästigte. Die Kanonen der Cordelière entmasteten sowohl die Souverän als auch die Mary James, die daraufhin nicht mehr steuerbar in der Iroise trieben. Hervé de Portzmoguer, auch bekannt als Primauguet, der bretonische Kapitän der Cordelière, ordnete den Angriff auf die Regent an. Greifhaken wurden geworfen und die beiden Schiffe zusammengebunden.

Die englische Flotte eroberte oder zerstörte 32 französische Schiffe

Die Matrosen der Marie la Cordelière enterten das Deck der Regent, das aber ständig von englischen Schiffen verstärkt wurde, die ihre Besatzungen mit Beibooten auf die Regent brachten. Die kleine Nef-de-Dieppe manövrierte geschickt, um diese Angreifer zu beschießen. Das Deck der Regent war schon mit Blut bedeckt, als plötzlich die Cordelière explodierte. Die Flammen breiteten sich auch auf der Regent aus und beide Schiffe sanken. Die Besatzungen beider Schiffe wurden fast vollständig vernichtet. Nur 20 von 1.250 bretonischen Seeleuten wurden vor der Marie la Cordelière und 60 von 460 Engländern wurden vor der Regent gerettet. Howard war durch den Tod von Thomas Knyvet, dem Kommandeur der Regent, am Boden zerstört und schwor, „dass er den König nie ins Gesicht sehen kann, bis er den Tod des edlen und tapferen Ritters Sir Thomas Knyvet gerächt hat„. In den nächsten zwei Tagen eroberte oder zerstörte die englische Flotte 32 französische Schiffe bevor sie nach England zurückkehrte. Als Ergebnis seines Einsatzes wurde Sir Edward Howard von Heinrich VIII. zum Lord High Admiral ernannt.

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Quelle: wikipedia.org