09. August 1945 – Abwurf der Atombombe Fat Man über Nagasaki

Der Atombombenabwurf erfolgte nur drei Tage nach Hiroshima

Dieses Bild, aufgenommen am 9. August 1945, zeigt eine Pilzwolke, die über Nagasaki schwebt. Es wurde von Hiromichi Matsuda nur 15 Minuten, nachdem die Vereinigten Staaten eine Plutoniumbombe auf die Stadt geworfen hatten, aufgenommen. Der Fotograf war in Koyagi-jima stationiert, etwa fünf Meilen von Nagasaki entfernt. Experten denken, dass dieses Bild das erste war, das von der Explosion vom Boden aus aufgenommen wurde.

Dieses Bild, aufgenommen am 09. August 1945, zeigt eine Pilzwolke, die über Nagasaki schwebt. Es wurde von Hiromichi Matsuda nur 15 Minuten, nachdem die Vereinigten Staaten eine Plutoniumbombe auf die Stadt geworfen hatten, aufgenommen. Der Fotograf war in Koyagi-jima stationiert, etwa fünf Meilen von Nagasaki entfernt. Experten denken, dass dieses Bild das erste war, das von der Explosion vom Boden aus aufgenommen wurde. (Foto: Hiromichi Matsuda (松田 弘道, ?-1969) – Мир вокруг нас через объектив, originally (The atomic bomb mushroom cloud over Nagasaki on August 9, 1945 in the Nagasaki Atomic Bomb Museum.), Gemeinfrei, Link)

Die japanische Hafenstadt Nagasaki war ursprünglich nicht auf der Liste der Ziele, wurde aber als Ersatz für die alte Kaiserstadt Kyoto zugefügt. Auf Anordnung des US-Kriegsministers Henry Stimson, der Kyoto schon mal besucht hatte und um dessen Bedeutung als kulturelles Zentrum Japans wusste, war die Stadt aus der Liste der potentiellen Ziele gestrichen worden. Nagasaki hatte damals etwa 240.000 bis 260.000 Einwohner und war bedeutender Standort des Mitsubishi-Rüstungskonzerns, der dort große Werften betrieb, in denen etwa 20.000 koreanische Zwangsarbeiter unter anderem Kreuzer und Torpedoboote für die Kaiserlich Japanische Marine bauten und reparierten. In den Fabriken sind auch die Torpedos gebaut wurden, mit denen Japan die US-Flotte auf Pearl Harbor angegriffen hatte. Nagasaki gehörte damit also zu den möglichen Angriffszielen der US-Luftwaffe. Eigentlich sollte der Bomber The Great Artiste den Einsatz fliegen. Weil dieses Flugzeug aber noch mit Messgeräten aus dem vorherigen Einsatz über Hiroshima ausgestattet war und ein komplizierter Umbau vermieden werden sollte, wurde einfach die Mannschaft mit der des Bombers Bock’s Car getauscht. Die Mannschaft der The Great Artiste flog die Bock’s Car mit der Plutoniumbombe Fat Man und die Mannschaft der Bock’s Car die The Great Artiste mit den Messgeräten. Am 08. August 1945, dem Tag der Kriegserklärung der UdSSR an Japan, wurde die Fat Man in den Bombenschacht der Bock’s Car geladen. Am Morgen des 09. August 1945, drei Tage nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima, startete der Bomber um 3:47 Uhr Ortszeit zum Primärziel Kokura. Kurz nach dem Start bemerkte die Besatzung der Bock’s Car unter dem Kommando von Major Charles Sweeney, dass der 600-Gallonen-Reservetank des Flugzeugs nicht zur Verfügung stand. Um 10:47 Uhr Ortszeit erreichte der Bomber die alte Festungsstadt  Kokura. Da die Stadt aber unter dichten Dunst lag, den ein konventioneller Bombenangriff in der Nachbarschaft der Stadt verursachte, konnte die Besatzung den geplanten Zielpunkt nicht sehen. Zusätzlich flammte Flakfeuer auf und japanische Abfangjäger stiegen auf, so dass Sweeney beschloss, das Sekundärziel Nagasaki anzusteuern. Nagasaki war ebenfalls nicht zu erkennen, da es unter Wolken lag. Die Besatzung hatte aber die Anweisung, nur auf Sicht zu bombardieren. Da aber durch den nicht zur Verfügung stehenden Reservetank der Treibstoff für den Rückflug zur Neige ging, musste die Besatzung die Bombe abwerfen um Gewicht zu sparen. Der Pilot entschied sich also für einen Radaranflug, den nur ohne die Bombe an Bord konnte man gerade noch Okinawa für eine Notlandung erreichen. Die Treibstoffreserve in den Tanks betrug gerade noch sieben Gallonen (26,50 Liter). Eine Wolkenlücke ermöglichte schließlich den Abwurf auf Sicht, allerdings mehrere Kilometer vom eigentlichen Zielpunkt entfernt. Die Atombombe explodierte um 11:02 Uhr Ortszeit in etwa 470 m über dem Boden, etwa drei Kilometer nordwestlich des geplanten Zielpunkts bei 32° 46′ 25,6″ N129° 51′ 48,1″ O über dicht bewohntem Gebiet. Sie sollte eigentlich den Mitsubishi-Konzern treffen, verfehlte ihr Ziel aber um mehr als zwei Kilometer. Die Explosion zerstörte fast das halbe Stadtgebiet und vernichtete im Umkreis von einem Kilometer 80 Prozent aller Gebäude – zumeist Holzhäuser – und ließ nur wenige Überlebende zurück. Die Bombe setzte über eine Entfernung von vier Kilometern Objekte in Brand. Ein Feuersturm blieb zum Glück aus und da die Atombombe in einem Tal explodierte, dämpften die umliegenden Berge die Auswirkungen auf die Umgebung der Stadt. Der Atompilz erhob sich 18 Kilometer in die Atmosphäre. Durch den Einsatz der Atombombe starben mindestens 70.000 Menschen, jüngere Berechnungen gehen vor einer Sprengkraft von 21 kt aus, gegenüber den 16 kt von Little Boy über Hiroshima. Von der freigesetzten Energie wurden etwa 60 % in der Schockwelle, 35 % als Wärmestrahlung und 5 % als ionisierende Strahlung abgegeben. Durch die große Explosionshöhe gab es über dem Festland kaum radioaktiven Fallout. Trotzdem erkrankten viele Menschen wie auch in Hiroshima an der Strahlenkrankheit, die durch die bei der Explosion abgegebene Neutronen- und Gammastrahlung verursacht wurde. Über die genauen Todeszahlen liegen unterschiedliche Angaben vor. Im Jahr 1953 kam die United States Strategic Bombing Survey (USSBS), eine Komission zur Bestandsaufnahme der strategischen Bombardierung, zu den Zahlen 35.000 Tote, 60.000 Verletzte und 5.000 Vermisste. 1960 veröffentlichte die japanische Regierung wiederum die Zahlen 20.000 Tote und 50.000 Verletzte, was aber später auf 87.000 Tote korrigiert wurde. Andere Quellen sprechen von ungefähr 35.000 bis 40.000 Toten.

Mehr Informationen über die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki

https://de.wikipedia.org/wiki/Atombombenabwürfe_auf_Hiroshima_und_Nagasaki

 

Quelle: wikipedia.org