06. August 1945 – Abwurf der Atombombe Little Boy über Hiroshima

Um 8:16 Uhr und zwei Sekunden explodierte die Atombombe in etwa 600 Metern Höhe

Atompilz über Hiroshima am 06.08.1945

Atompilz über Hiroshima am 06.08.1945 (Foto: George R. Caron ,Gemeinfrei, Link)

Am 06. August 1945 warf der US-amerikanische Langstreckenbomber B-29-Superfortress Enola Gay mit dem Piloten Paul Tibbets um 8:15 Uhr und 17 Sekunden in fast 10.000 Meter Höhe über der japanischen Stadt Hiroshima die drei Meter lange und vier Tonnen schwere Uranbombe „Little Boy“ ab. Die Bombe hatte eine Sprengkraft von 12.500 Tonnen TNT und war die erste in einem Krieg eingesetzte Atombombe. Die B29 flog direkt nach dem Abwurf der Bombe eine scharfe 155°-Kurve, um sich möglichst weit vom vorausberechneten Explosionsort entfernen zu können. Genau 45 Sekunden später um 8:16 Uhr und zwei Sekunden explodierte die Bombe in etwa 600 Metern Höhe über der Innenstadt von Hiroshima, etwa 250 Meter neben dem anvisierten Ziel, der T-förmigen Aioi-Brücke. Innerhalb einer Sekunde hatte die Detonationswelle 80 Prozent der Innenstadt komplett zerstört und ihre thermische Strahlung bis in zehn Kilometern Entfernung Feuer entzündet. Tibbets, als Kommandant der Enola Gay mit dem Rücken zur Explosion sitzend, berichtete später, er habe den Himmel vor sich aufleuchten gesehen und den Geschmack von Blei im Mund gefühlt. 40 Sekunden nach der gewaltigen Explosion war die Enola Gay etwa 14,5 km von Hiroshima entfernt und wurde von der Druckwelle eingeholt und kräftig durchgeschüttelt. Die Bombe tötete 90 Prozent der Menschen in einem Radius von 500 Metern um den Explosionsort und 59 Prozent im weiteren Umkreis von 500 m bis einem Kilometer. Ein Feuersturm vernichtete elf Quadratkilometer der Großstadt, insgesamt wurden 70.000 der 76.000 Häuser zerstört oder beschädigt. Der für Atombombenexplosionen charakteristische Atompilz erreichte eine Höhe von 13 Kilometer Höhe und verbreitete hochkontaminiertes Material, das etwa 20 Minuten später als radioaktiver Niederschlag (Fallout) auf die Umgebung niederging. 70.000 bis 80.000 Menschen waren sofort tot und bei Menschen, die sich im innersten Stadtkern aufhielten, verdampften buchstäblich die obersten Hautschichten. Der gleißende Blitz der Explosion brannte Schattenrisse von Personen in stehengebliebene Hauswände ein, ehe die Menschen von der Druckwelle fortgerissen wurden. Die überwiegend unmittelbar bei der Explosion freigesetzte nukleare Strahlung tötete in den Wochen darauf zahlreiche weitere Einwohner, die zwar nicht der unmittelbaren Druck- und Hitzewelle zum Opfer gefallen waren, jedoch tödliche Strahlendosen erhalten hatten. Viele, die vor der unerträglichen Hitze an den Fluss geflohen waren und von kontaminiertem Wasser tranken, hatten daraufhin Haarausfall, bekamen purpurrote Flecken am ganzen Körper und verbluteten dann qualvoll an inneren Verletzungen. Insgesamt starben bei dem Abwurf samt den Spätfolgen bis 1946 unterschiedlichen Schätzungen zufolge 90.000 bis 166.000 Menschen. Bis heute sterben damalige Einwohner Hiroshimas an Krebserkrankungen als Langzeitfolge der Strahlung. Einer Studie zufolge waren neun Prozent der Krebserkrankungen, die von 1950 bis 1990 bei Überlebenden auftraten, eine Folge des Abwurfs. Nur drei Tage später, am 09. August 1945, sollte eine zweite Atombombe über Nagasaki eingesetzt werden – die Plutoniumbombe Fat Man.

Mehr Informationen über die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki

https://de.wikipedia.org/wiki/Atombombenabwürfe_auf_Hiroshima_und_Nagasaki

 

Quelle: wikipedia.org