Wer hat LEGO® erfunden?

Alles begann in einer Tischlerei in Billund in Dänemark

Die Geschichte von LEGO® begann in der Tischlerei von Ole Kirk Christiansen in Billund, Dänemark. 1916 kaufte Christiansen eine Holzwerkstatt in Billund, die bereits seit 1895 in Betrieb war. Die Werkstatt stellte Möbel her, half beim Häuserbau und verfügte sogar über ein paar Lehrlinge. Diese Werkstatt brannte 1924 ab, als ein Feuer einige Holzspäne entzündete. Ole Kirk Christiansen baute daraufhin eine größere Werkstatt und versuchte seinen Kundenkreis weiter auszubauen. Als die Weltwirtschaftskrise zuschlug, hatte Christiansen kaum noch Kunden und musste sich auf andere Projekte konzentrieren. Er begann mit der Herstellung von Miniaturversionen seiner Produkte als Designhilfen. Es waren übrigens diese Miniaturmodelle von Stufenleitern und Bügelbrettern, die ihn dann zur Herstellung von Spielzeug inspirierten.

Am Anfang produzierte das Unternehmen eine Vielzahl von Produkten - nicht nur Spielzeug. Hier eine Auswahl von Produkten aus dem Jahr 1932. (Foto: ©2018 LEGO®)

Am Anfang produzierte das Unternehmen eine Vielzahl von Produkten – nicht nur Spielzeug. Hier eine Auswahl von Produkten aus dem Jahr 1932. (Foto: ©2018 LEGO®)

1932 begann Christiansen mit der Herstellung von Holzspielzeug

Im Jahre 1932 begann Ole Kirk’s Geschäft mit der Herstellung von Holzspielzeug wie Sparschweinen, Zugtieren, Autos, Lastwagen und Häuser. Das Geschäft war wegen der Weltwirtschaftskrise aber nicht profitabel, da die Bauern in der Gegend manchmal nur Lebensmittel gegen sein Spielzeug eintauschten. Ole Kirk produzierte trotzdem weiter praktische Möbel und Spielzeug, um im Geschäft zu bleiben. Mit dem Mitte der 1930er Jahre einsetzenden Jo-Jo-Spielzeug-Hype gab’s plötzlich wieder was zu tun. Als der Boom vorüber war verwendete Ole Kirk die übrig gebliebenen Yo-Yo-Teile als Räder für Spielzeug-LKWs. Sein Sohn Godtfred Kirk begann für ihn zu arbeiten und nahm eine aktive Rolle in der Firma ein.

Die LEGO® Holzbearbeitungswerkstatt in den 1930er Jahren. (Foto: ©2018 LEGO®)

Die LEGO® Holzbearbeitungswerkstatt in den 1930er Jahren. (Foto: ©2018 LEGO®)

 

1932 beginnt der Zimmermann Ole Kirk Kristiansen mit der Herstellung von Holzspielzeug. Die Ente ist eines der bekanntesten Holzspielzeuge der LEGO® Gruppe. (Foto: ©2018 LEGO®)

1932 beginnt der Zimmermann Ole Kirk Kristiansen mit der Herstellung von Holzspielzeug. Die Ente ist eines der bekanntesten Holzspielzeuge der LEGO® Gruppe. (Foto: ©2018 LEGO®)

Der Firmenname LEGO® wurde 1934 von Ole Kirk Christiansen erdacht

Im Jahr 1934 führte Ole Kirk Christiansen einen Wettbewerb unter seinen Mitarbeitern durch, bei dem es darum ging einen passenden Namen für die Firma zu finden. Der Preis für den Gewinner war eine Flasche selbstgemachter Brombeerwein. Ole Kirk überlegte sich selbst zwei Namen, „Legio“ (mit der Implikation einer „Legion of toys“) und „Lego“, eine selbstgemachte Kontraktion aus dem dänischen Ausdruck „leg godt“, was „gut spielen“ bedeutet. Ole Kirk wählte seinen eigenen Vorschlag LEGO® als neuen Namen für die Firma. Was aus der Flasche Wein geworden ist, ist leider nicht überliefert. Später entdeckte die LEGO® Gruppe, dass „lego“ auf Lateinisch auch als „Ich setze zusammen“ oder „Ich baue zusammen“ interpretiert werden kann. 1935 stellt LEGO® die erste Holzente her und verkaufte mit „Kirks Sandspiel“ das erste Konstruktionsspielzeug und im Jahr 1939 beschäftigte LEGO® bereits 10 Mitarbeiter.

Die LEGO® Holzbearbeitungswerkstatt in den 1940er Jahren. (Foto: ©2018 LEGO®)

Die LEGO® Holzbearbeitungswerkstatt in den 1940er Jahren. (Foto: ©2018 LEGO®)

1942 brannte es zum zweiten Mal bei LEGO®

In der Nacht zum 22. März 1942 löste ein Kurzschluss einen elektrischen Brand aus und die LEGO® Fabrik und das Lager brannte ab. Ole Kirk gab aber nicht auf und macht weiter. Er nahm mehrere Darlehen auf und baute ein neues größeres Gebäude mit 2300 m² auf dem Gelände der alten Werkstatt. Das neue Gebäude war die erste Fabrik des Unternehmens, die für die Fließbandfertigung konzipiert wurde. 1944 hatte LEGO bereits 40 Mitarbeiter.

Der erste Baustein der LEGO® Gruppe war der Automatic Binding Brick von 1949. (Foto: ©2018 LEGO®)

Der erste Baustein der LEGO® Gruppe war der Automatic Binding Brick von 1949. (Foto: ©2018 LEGO®)

1949 begann die Produktion der LEGO® Kunststoffsteine

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzten sich Kunststoffe auch in Dänemark immer mehr durch. Im Jahre 1947 wurde Firmengründer Ole Kirk von einem Vertreter aus Hull besucht, der eine britische Werkzeugmaschinenfirma vertrat, die nach neuen Märkten für ihre Spritzgussmaschinen suchte. Gegen den Rat seines Umfeldes kaufte er eine der Maschinen. Die neue Maschine kostete 30.000 Dänische Kronen, das war mehr als das Doppelte des Vorjahresgewinns. Eines der ersten modularen Spielzeuge, die hergestellt wurden, war ein LKW, der zerlegt und wieder zusammengebaut werden konnte. Zusammen mit der neuen Maschine erhielt Ole Kirk mehrere Musterteile, die die Leistungsfähigkeit der neuen Spritzgussmaschine zeigen sollten. Darunter waren auch Muster eines Spielzeugziegels der Firma Kiddicraft aus London. Diese  sogenannten „Kiddicraft Self-Locking Building Bricks“ waren von Hilary Page entworfen wurden. Sohn Godtfred Kirk Christiansen sagte später: „In Zusammenarbeit mit einer Werkzeugbaufirma in Kopenhagen haben wir das Design des Ziegels geändert und Formen herstellen lassen. Die Modifikationen gegenüber den Kiddicraft-Steinen umfassten das Ändern der Radien und das Umwandeln von Zoll in cm und mm, wodurch sich die Größe des Steines gegenüber dem Kiddicraft-Stein um ca. 0,1 mm veränderte. Die Noppen auf den Ziegeln wurden zudem oben abgeflacht.“ 1949 begann LEGO® mit der Produktion eigener Kunststoff-Ziegel, die es „Automatic Binding Bricks“ nannte. Der Vorteil der „Automatic Binding Bricks“, damals noch aus Celluloseacetat hergestellt, gegenüber Holzklötzen war, dass man sie nicht nur stapeln, sondern auch miteinander „verriegeln“ konnte. Sie hatten dafür mehrere runde „Noppen“ oben und einen hohlen, rechteckigen Boden. So wurden die Steine zusammen gehalten, aber nicht so fest, dass sie nicht wieder auseinandergezogen werden konnten. 1953 erhielten diese Steine dann den Namen „LEGO® Mursten“, was „LEGO® Ziegel“ heißt.Die Firma Kiddicraft hatte nur das Patentrecht in Großbritannien erworben, LEGO® konnte die Steine also international vertreiben. Nach dem Tod von Hilary Fisher Page erwarb LEGO® das Patentrecht der Firma Kiddicraft für Großbritannien.

1953 erhalten die Automatic Binding Bricks einen neuen Namen: "LEGO® Mursten" (LEGO® Ziegel). Der Name "LEGO®" ist auf allen Steinen aufgedruckt. (Foto: ©2018 LEGO®)

1953 erhalten die Automatic Binding Bricks einen neuen Namen: „LEGO® Mursten“ (LEGO® Ziegel). Der Name „LEGO®“ ist auf allen Steinen aufgedruckt. (Foto: ©2018 LEGO®)

Kunststoffspielzeug verkaufte sich zu Beginn nicht gut

Das neuartige Kunststoffspielzeug wurde anfangs von den Kunden nicht gut angenommen, da die meisten noch Holz- oder Metallspielzeug bevorzugten. Viele Lieferungen von LEGO® an die Händler, wurden nach schwachen Verkaufszahlen wieder zurückgegeben. 1954 wurde Sohn Godtfred Kirk Christiansen Junior-Geschäftsführer der LEGO® Gruppe. In einem Gespräch mit einem Käufer aus Übersee kam ihm die Idee eines Spielzeugsystems mit verwandten Produkten. Godtfred Kirk bewertete daraufhin die LEGO® Produktpalette und sah in den kleinen Kunststoffsteinen den besten Kandidaten für ein solches „System“. 1955 veröffentlichte LEGO® den „LEGO® Town Plan“, hier konnte man die Gebäude einer Stadt, wie zum Beispiel Rathaus, Tankstelle oder Kino mit LEGO® Steinen zusammenbauen. 1956 wird in Hohenwestedt in Schleswig-Holsteins unter dem Namen LEGO® Spielwaren GmbH die erste ausländische Vertriebsgesellschaft gegründet.

Die ursprüngliche Patentanmeldung für den LEGO Stein aus dem Jahr 1958. Der LEGO Stein hat ein neues Verbindungssystem, das ein stabiles Konstruktionsspiel ermöglicht und trotzdem einfach zu demontieren ist. (Foto: ©2018 LEGO®)

Die ursprüngliche Patentanmeldung für den LEGO Stein aus dem Jahr 1958. Der LEGO Stein hat ein neues Verbindungssystem, das ein stabiles Konstruktionsspiel ermöglicht und trotzdem einfach zu demontieren ist. (Foto: ©2018 LEGO®)

1958 starb LEGO® Firmengründer Ole Kirk Christiansen

Firmengründer Ole Kirk Christiansen starb am 11. März 1958 und sein Sohn Godtfred Kirk Christiansen übernahm die Leitung des Unternehmens. Die LEGO® Steine hatten technisch gesehen noch einige Probleme, Ihre „Sperrfähigkeit“ war begrenzt, und sie waren nicht vielseitig einsetzbar. 1958 wurden die Steine mit Hohlrohren an der Unterseite des Ziegels versehen. Diese zusätzliche Unterstützung ermöglicht eine viel bessere Verriegelungsfähigkeit und verbesserte Vielseitigkeit. Sohn Godtfred Kirk patentierte das neue Design sowie mehrere ähnliche Designs am 28. Juli 1958. Dieses Datum gilt als Geburtstag des LEGO® Steins, so wie wir ihn heute kennen. In Billund arbeiten im Jahr 1958 bereits 140 Mitarbeiter.

1960 brannte es wieder bei LEGO®

1960 brannte es bei LEGO® und ein Lager mit einem großen Teil des Holzspielzeugbestandes wurde Opfer der Flammen. Godtfred Kirk entschied daraufhin, dass die Produktion von Plastikspielzeug ertragreich genug war, um die Produktion von Holzspielzeug aufzugeben. Daraufhin verließen Godtfred’s Brüder Gerhardt Kirk (damals Leiter Holzspielzeug) und Karl Georg die Firma LEGO® und nahmen die Rechte an BILOfix mit. BILOfix war ein von Vater Ole Kirk entwickeltes Holzkonstruktionsspielzeug für Kinder im Alter von 36 Monaten bis sechs Jahren. Sie gründeten in der Nähe von Billund, genauer gesagt in Kolding, ein neues Unternehmen. Mit ihrer Firma BILOfix stellten sie das das gleichnamige Holzspielzeug weiter her. Um Verwechslungen mit dem in Deutschland bekannten Holzkonstruktionsspielzeug Baufix zu vermeiden, wurde BILOfix später in BILOtoy umbenannt. Die LEGO® Gruppe beschäftigte zum Jahresende 1960 bereits mehr als 450 Mitarbeiter.

Samsonite® übernahm 1961 die Produktion und den Verkauf in Nordamerika

1961 wollte LEGO® den Vertrieb nach Nordamerika ausweiten, verfügte aber nicht über die entsprechenden logistischen Möglichkeiten. LEGO® traf deshalb eine Vereinbarung mit der amerikanischen Firma Samsonite®, die die Produktion und den Verkauf von LEGO®-Produkten in den Vereinigten Staaten und Kanada übernahm.

Produktionsstätte in Billund, Dänemark im Jahr 1961. (Foto: ©2018 LEGO®)

Produktionsstätte in Billund, Dänemark im Jahr 1961. (Foto: ©2018 LEGO®)

1961

1961 wurden die ersten LEGO®-Räder eingeführt, die den Bau von Pkw, Lkw, Bussen und anderen Fahrzeugen aus LEGO® Steinen ermöglichten. In dieser Zeit hat die LEGO® Gruppe auch Spielzeug speziell für den Vorschulbereich eingeführt.

Kunststoffgranulat (ABS) ist der am häufigsten verwendete Ausgangsstoff zur Herstellung von LEGO® Teilen. Der Kunststoff wird auf durchschnittlich 250 Grad Celsius erhitzt, bevor er in die Formen gespritzt wird, die das fertige Element herstellen. (Foto: ©2018 LEGO®)

Kunststoffgranulat (ABS) ist der am häufigsten verwendete Ausgangsstoff zur Herstellung von LEGO® Teilen. Der Kunststoff wird auf durchschnittlich 250 Grad Celsius erhitzt, bevor er in die Formen gespritzt wird, die das fertige Element herstellen. (Foto: ©2018 LEGO®)

1964

1964 wurde Celluloseacetat, das Material zur Herstellung von LEGO® Steinen, durch das stabilere Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS-Kunststoff) ersetzt, das noch heute verwendet wird. ABS ist ungiftig, weniger anfällig für Verfärbungen und Verformungen und beständiger gegen Hitze, Säuren, Salz und andere Chemikalien. Die Samsonite® Produktion in Nordamerika wechselte nicht zur gleichen Zeit und verwendete immer noch einen gewissen Grad an Celluloseacetat in seinen LEGO®-Produkten. 1964 war auch das erste Jahr, in dem die LEGO® Sets Bedienungsanleitungen erhielten.

1966

Eine der erfolgreichsten Serien der LEGO® Gruppe, das LEGO® Zugsystem, erschien 1966. Die ursprünglichen Zuggarnituren enthielten einen 4,5-Volt-Motor, einen Batteriekasten und Schienen. Zwei Jahre später wurde ein 12-Volt-Motor eingeführt.

1968 öffnet das LEGOLAND® Billund am 07. Juni seine Pforten und zieht in seiner ersten Saison 625.000 Besucher an, 3000 allein am Eröffnungstag. (Foto: ©2018 LEGO®)

1968 öffnet das LEGOLAND® Billund am 07. Juni seine Pforten und zieht in seiner ersten Saison 625.000 Besucher an, 3000 allein am Eröffnungstag. (Foto: ©2018 LEGO®)

1968

Am 7. Juni 1968 wurde das erste LEGOLAND® in Billund eröffnet. Dieser Themenpark zeigte aufwendige Modelle von Miniaturstädten, die komplett aus LEGO® Steinen gebaut wurden. Der 12.000 m² große Park zog allein im ersten Jahr 625.000 Besucher an. In den nächsten 20 Jahren wuchs der Park auf mehr als das Achtfache seiner ursprünglichen Größe und erreichte schließlich im Durchschnitt fast eine Million zahlende Besucher pro Jahr. Mehr als achtzehn Millionen LEGO®-Sets wurden im Jahr 1968 weltweit verkauft.

1969 wird die DUPLO®-Serie für Kinder unter fünf Jahren international eingeführt. (Foto: ©2018 LEGO®)

1969 wird die DUPLO®-Serie für Kinder unter fünf Jahren international eingeführt. (Foto: ©2018 LEGO®)

1969

1969 kam das DUPLO®-System auf den Markt. DUPLO®-Steine sind viel größer als LEGO® Steine, was sie für Kleinkinder sicherer macht.  Die beiden Systeme sind kompatibel: LEGO® Steine können sauber auf DUPLO® Steinen montiert werden, so dass der Übergang zum LEGO® System problemlos möglich ist, wenn die Kinder aus ihren DUPLO® Steinen herauswachsen. Der Name DUPLO® kommt von dem lateinischen Wort duplus, was wörtlich übersetzt doppelt bedeutet. Ein DUPLO®-Stein ist genau doppelt so groß wie ein LEGO® Baustein.

1971 bis 1972

Anfang der Siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts expandierte LEGO® in neue Bereiche der Spielzeug-Herstellung und -Vermarktung. So begann LEGO® im Jahr 1971 mit der Einführung von Möbeln und Puppenstuben, die LEGO® auch für Mädchen interessant machen sollte. Und 1972 brachte LEGO® Boots- und Schiffssets mit schwimmenden Rumpfteilen auf den Markt.

1974

Menschliche Figuren mit beweglichen Armen tauchten 1974 in den „LEGO®-Familien“-Sets auf, die sich damals zu einem Verkaufsschlager entwickelten. Im selben Jahr wurde auch eine frühe Version der LEGO® Minifiguren eingeführt, die aber noch nicht beweglich war und kein Gesicht hatte. In Enfield, Connecticut, USA, wurde ein LEGO®-Werk eröffnet.

1975 bis 1977

1975 trat der Sohn von Godtfred Kirk Christiansen, Kjeld Kirk Kristiansen, in die Geschäftsleitung ein, nachdem er in der Schweiz und in Dänemark Betriebswirtschaft studiert hatte. Eine der ersten Errungenschaften von Kjeld Kirk war die Gründung einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die für die Produktionsmethoden des Unternehmens verantwortlich war. 1975 wurden auch die Expert Series Sets eingeführt, die sich an ältere, erfahrenere LEGO®-Bauer richten, gefolgt von den Expert Builder Sets im Jahr 1977. Die technischen Sets enthielten bewegliche Teile wie Getriebe, Differentiale, Zahnräder, Hebel, Achsen und Kreuzgelenke und ermöglichten den Bau realistischer Modelle wie Automobile mit funktioneller Zahnstangenlenkung und naturgetreuen Motorbewegungen.

1978

1978 kam die LEGO® Minifigur hinzu. Diese kleinen LEGO® Figuren haben bewegliche Arme und Beine und ein lächelndes Gesicht. Diese Minifigur wurde in vielen Varianten von LEGO®-Sets verwendet, was den Bau von Städten mit den Minifiguren als Bewohner ermöglichte. LEGO® expandierte auch in den Weltraum mit der Schaffung von LEGO® Space Sets mit Astronauten-Minifiguren, Raketen, Mondraketen und Raumschiffen oder ins Mittelalter mit Burgen und Rittern.

1979

1979 führte LEGO® die Scala Serie mit Schmuckelementen für junge Mädchen ein. Der Enkel des Firmengründers Kjeld Kirk Kristiansen wurde in diesem Jahr Präsident von LEGO®.

1980

1980 gründete die Lego Gruppe die Abteilung für Bildungsprodukte (1989 in LEGO® Dacta umbenannt), um die Bildungsmöglichkeiten ihrer Spielzeuge zu erweitern. Bereits seit den 1960er Jahren sahen Pädagogen das konstruktive Potenzial von LEGO® Steinen als unschätzbares Gut, um Kindern zu helfen, Kreativität und Problemlösungsfähigkeiten zu entwickeln. In der Schweiz wird ein Verpackungs- und Montagewerk eröffnet, gefolgt von einem weiteren in Jütland in Dänemark, das LEGO® Reifen herstellt.

1981

1981 erschien die zweite Generation der LEGO® Züge. Diese waren wie bisher entweder in 4,5 V (batteriebetrieben) oder 12 V (netzbetrieben) erhältlich. Die neue Generation verfügt über eine viel größere Auswahl an Zubehör wie Arbeitsscheinwerfern, ferngesteuerten Weichen und Signalen und Entkopplungseinrichtungen.

1982 bis 1984

Die Serie LEGO® Expert Builder wurde 1982 zur Serie LEGO® Technic. Am 13. August 1982 feierte die LEGO® Gruppe ihr 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass erschien das Buch 50 Years of Play. Im folgenden Jahr wurde das DUPLO®-System um Sets für ein noch jüngeres Publikum, insbesondere für Kleinkinder, erweitert. Die neuen Sets umfassten Babyrasseln und Figuren mit verstellbaren Gliedmaßen. Im Jahr darauf erfolgte eine Neugestaltung des Burgthemas für ein neues Reich für Ritter und Pferde. 1984 wurde die Technic Linie um pneumatische Komponenten erweitert.

1985

Light & Sound-Sets kamen 1985 auf den Markt. Diese Sets enthielten einen Akkupack mit elektrischen Lampen, Summern und anderem Zubehör, um den LEGO® Kreationen eine weitere Dimension des Realismus zu verleihen. Ebenfalls in diesem Jahr produzierte die Bildungsabteilung der LEGO® Gruppe die Technic Computer Control, ein Ausbildungssystem, mit dem technische Roboter, Lastwagen und andere motorisierte Modelle mit einem Computer gesteuert werden konnten. In Manaus in Brasilien wurde in diesem Jahr eine LEGO® Fabrik eröffnet.

1988

Im August 1988 nahmen 38 Kinder aus 17 verschiedenen Ländern am ersten LEGO® World Cup Bauwettbewerb in Billund teil. Im selben Jahr wurde LEGO® Canada gegründet.

1989

Die LEGO® Linie wuchs 1989 mit der Veröffentlichung der LEGO® Pirates Serie, die eine Vielzahl von Piratenschiffen, Wüsteninseln und Schätzen enthielt. Die Pirates Serie war auch die erste, die von der Standard-Minifigur mit dem lächelnden Gesicht abwich, um eine Reihe von unterschiedlichen Piraten-Charakteren zu schaffen. So gab es zum Beispiel Gesichtsausdrücke mit Bärten und Augenklappen. Bis 1989 gab es die LEGO® Minifiguren nur mit gelber Hautfarbe und normalem Lächeln, obwohl die ersten Prototypen über eine Vielzahl von Hautfarben und Gesichtsausdrücken verfügten. Mit LEGO® Pirates gab es wie gesagt die ersten Minifiguren mit anderen Gesichtern. Später folgten dann Figuren mit Sonnenbrillen, Lippenstift, Wimpern und so weiter. Doch viele ältere Sammler ärgerten sich über den neuen Look und sagten, die Figuren sehen zu „cartoonish“ oder „kindisch“ aus und bevorzugten weiter die klassischen Figuren mit dem normalen Lächeln. Die Abteilung Bildungsprodukte der Lego Gruppe wurde in diesem Jahr in LEGO® Dakta umbenannt, der Name leitet sich vom griechischen Wort „didaktisch“ ab, was so viel wie „Studium des Lernprozesses“ bedeutet. Dr. Seymour Papert vom MIT, vom Labor für Computer-Lernen, wurde zum „LEGO® Professor für Lernforschung“ ernannt, nachdem er die Programmiersprache Logo mit LEGO® Produkten verknüpft hat.

1990

1990 erschien eine neue Serie für fortgeschrittene Bastler. Drei LEGO® Modell Team Sets, darunter ein Rennwagen und ein Geländewagen, zeigten eine Detailtreue und Realitätsnähe, wie sie bisher in keiner LEGO® Serie zu finden waren. Wo LEGO® Technic mechanisch genau war, war LEGO® Model Team visuell und stilistisch genau. Die LEGO® Gruppe wurde 1990 zu einem der Top 10 Spielzeugunternehmen weltweit und war das einzige Spielzeugunternehmen aus Europa, das zu den Top 10 gehörte. LEGOLAND® Billund hatte in diesem Jahr zum ersten Mal in seiner Geschichte mehr als eine Million Besucher. Der erste „LEGO® Professor für Wirtschaftsdynamik“, Xavier Gilbert, wurde auf eine Stiftungsprofessur am International Institute for Management Development in Lausanne, Schweiz, berufen. LEGO® Malaysia wurde ebenfalls 1990 gegründet.

1991

1991 vereinheitlichte die LEGO® Gruppe ihre elektrischen Komponenten und Systeme, die Zug- und LEGO® Technic Motoren wurden jetzt in 9V-Ausführung hergestellt, um die Systeme mit dem übrigen LEGO® Programm in Einklang zu bringen.

LEGO® Steine (Foto: ©2018 LEGO® / Palle Peter Skov)

LEGO® Steine (Foto: ©2018 LEGO® / Palle Peter Skov)

1992 bis 1998

1992 wurden zwei Guinness-Rekorde mit LEGO® Produkten aufgestellt: Im schwedischen Fernsehen wurde eine Burg aus 400.000 LEGO® Steinen mit einer Größe von 4,45 mal 5,22 Metern und eine 545 Meter lange LEGO® Bahnstrecke mit drei Lokomotiven gebaut. DUPLO® wurde um die Toolo Linie mit Schraubendreher, Schraubenschlüssel, Muttern und Bolzen erweitert. Die Paradisa Linie, die sich an Mädchen richtet, brachte eine Vielzahl neuer Pastellfarben und konzentrierte sich auf Pferde und ein Strandthema. 1993 kamen ein 4,5V DUPLO® Zug mit neuem Schienensystem und mit Geräuschen und ein papageienförmiger „Brickvac“ (Steinsauger), der Legosteine vom Boden aufnehmen konnte, auf den Markt. Die Gewinne von Lego waren seit 1992 zurückgegangen, und 1998 verzeichnete das Unternehmen seinen ersten Millionenverlust. Im gleichen Jahr wurden 1.000 Mitarbeiter entlassen.

1999

Ende der 90er Jahre brachte die LEGO® Gruppe eine Reihe von neuen spezialisierten Sortimenten heraus, die auf bestimmte demographische Aspekte ausgerichtet waren. Die Linie Slizers / Throwbots ist der Serie Bionicle vorausgegangen und verwendet technische Teile und spezielle Formteile, um eine Reihe von Actionfiguren für Jungen zu kreieren, während Belville eine eher konventionelle Linie ist, die sich an Mädchen richtet. Belville enthält große bewegliche Figuren ähnlich der Figuren aus der Technic Serie. Die ersten LEGO® Produkte mit lizenzierten, also nicht selbst entworfenen Charakteren waren 1999 LEGO® Star Wars™ und DUPLO® Winnie the Pooh™, gefolgt von LEGO® Harry Potter™ Figuren und Figuren aus Steven Spielberg-Filmen. Soren Holm, der Leiter des LEGO® Concept Lab, sagte, dass Spielzeugwaffen schon immer heftig diskutiert wurden, aber seit der Veröffentlichung von LEGO® Star Wars™ ist LEGO® „konfliktfreundlicher geworden“. Herr Laursen, Leiter North American Operations schlug dagegen vor, „Gewalt nicht explizit, sondern humoristisch zu machen“.

2003

Im Jahr 2003 führte die LEGO® Gruppe mit Clikits ein völlig neues System ein, das sich an Mädchen richtet und aus anpassbarem Kunststoffschmuck und Accessoires besteht. Auch LEGO® 4 Juniors wurde in diesem Jahr eingeführt, es ist für Kinder ab 4 Jahren gedacht und besteht aus 51 mm hohen mittelgroßen Figuren, den sogenannten Medifiguren. Diese Figuren haben keine Gelenkarme und längere Beine als die klassische LEGO® Minifigur.

LEGO® DUPLO® Steine (Foto: ©2015 LEGO® / Palle Peter Skov)

LEGO® DUPLO® Steine (Foto: ©2018 LEGO® / Palle Peter Skov)

2004 war LEGO® fast bankrott

2004 wurde die zweite Serie von Knights Kingdom eingeführt. Ebenfalls 2004 hat LEGO® den QUATRO® Stein für die Altersgruppe 1-3 Jahre auf den Markt gebracht. Die QUATRO® Steine sind doppelt so groß wie die DUPLO® Steine und damit viermal größer als die klassischen LEGO® Steine. Die Steine besitzen stärker abgerundete Ecken als die DUPLO® Steine und bestehen aus einem etwas weicheren Material. Die QUATRO® Steine sind mit den DUPLO® Steinen kombinierbar. Die Produktion wurde im Jahr 2006 allerdings wieder eingestellt. Im Jahr 2004 verzeichnete LEGO® einen Verlust von 174 Millionen Pfund, wobei der geschäftsführende Vizepräsident für Marketing Mads Nipper das Unternehmen später als „fast bankrott“ bezeichnete. Er analysierte rückblickend: „Wir haben weiter investiert, als ob das Unternehmen stark wachsen würde. Wir konnten nicht erkennen, dass wir auf einem rutschigen Weg waren…… Die Kinder hatten immer weniger Zeit zum Spielen. Einige der westlichen Märkte hatten immer weniger Kinder. Also haben sich die Spieltrends geändert, und wir haben es versäumt, uns zu ändern. Wir haben kein Spielzeug hergestellt, das für Kinder interessant genug ist. Wir haben es versäumt genug zu entwickeln und wir hatten nirgendwo tief genug geschnitten, um die Firma den Marktverhältnissen anzupassen.“ Auch 2004 trat Kjeld Kirk Kristiansen als CEO zurück und ernannte Jørgen Vig Knudstorp zum ersten familienfremden CEO. Die vier LEGOLAND® Parks wurden an den Freizeitpark-Betreiber Merlin Entertainments verkauft und die Produktion, die zu 80% ausgelagert war, wieder in die Hände von LEGO® gelegt. Das Unternehmen konzentriert sich von da an auf seine Kernprodukte und führt DUPLO® wieder ein. 2004 wurden die Produktionsstätten von den USA nach Mexiko und schrittweise von Billund nach Osteuropa verlagert.

2007

Im Jahr 2007 waren von den ehemals weltweit 9.100 Mitarbeitern (Stand 1998) nur noch 4.200 Mitarbeiter übrig.

LEGO® Formmaschinen (Foto: ©2018 LEGO® / Niels Aage Skovbo)

LEGO® Formmaschinen (Foto: ©2018 LEGO® / Niels Aage Skovbo)

2008

Die Umstrukturierungsmaßnahmen bei LEGO® zeigten langsam Wirkung. Allein in den USA stieg der LEGO® Umsatz aufgrund von Star Wars™ und Indiana Jones Themenspielen um 32 Prozent, während der weltweite Umsatz im Jahr 2008 um 18,7 Prozent stieg. Herr Laursen, Geschäftsführer von LEGO® in Nordamerika, sagte 2009, dass Lizenzen auf dem amerikanischen Markt eine größere Rolle spielten als in Europa. Etwa 60 Prozent des Umsatzes von LEGO® in den USA waren mit Lizenzen verbunden, doppelt so viel wie 2004. Laursen erklärte weiter, dass LEGO® „deutlich kommerzieller“ sei. Im Jahr 2009 wurden sowohl LEGO® Games (Brettspiele) als auch LEGO® Power Miners eingeführt. Power Miners wurde von der vorherigen LEGO® Rock Raiders Linie von 1999 beeinflusst. Power Miners befindet sich unter der Oberfläche der Lego World, wo ein Team von ‚Power Miners‘ die Ursache einer Reihe schwerer Erdbeben untersucht und sowohl Felsmonster als auch Energiekristalle entdeckt. Das Thema wurde 2010 wieder eingestellt. Trotz der großen weltweiten Rezession beliefen sich die Gewinne für 2009 auf 99,5 Millionen Pfund, wobei Mads Nipper, LEGO® Executive Vice President of Marketing, angab „die doppelte Umsatzrendite eines Wettbewerbers zu erzielen“.

2011

Im Jahr 2011 nahm LEGO® wieder einen langfristigen Vertrag mit Royal Dutch Shell auf, nachdem das Logo bereits auf LEGO® Produkten aus den 60er bis 90er Jahren verwendet wurde. Dieses Co-Branding wurde 2014 von Greenpeace kritisiert.

2012

2012 zum 80. Jahrestag von LEGO® zeigte der Animationsfilm The LEGO® Story des dänischen Studios Lani Pixels die Anstrengungen von Ole Kirk Christiansen und seinem Sohn Godtfred Kirk Christiansen, das Unternehmen in den Jahren 1932 bis 1968 zum Erfolg zu führen.

Zeichner am Whiteboard bei Planung des Films The LEGO Movie (Foto: ©2018 LEGO®)

Zeichner am Whiteboard bei Planung des Films The LEGO Movie (Foto: ©2018 LEGO®)

2014

Am 07. Februar 2014 veröffentlichten Warner Bros. und The LEGO Group die computeranimierte Abenteuer-Komödie The LEGO Movie, die die Geschichte einer gewöhnlichen LEGO® Minifigur erzählt, die die Welt retten soll. Der Film spielte am Startwochenende in den USA 69,1 Millionen US-Dollar ein. Das war nach dem Film Die Passion Christi (83,8 Millionen Dollar) die bis dahin zweitbeste Premiere im eher umsatzschwachen Kino-Monat Februar. Weltweit spielte der Film über 468 Millionen US-Dollar in die Kinokassen und die Los Angeles Times vermerkte „fast einstimmig positive Kritiken“ für den Film.

2015

Im Jahr 2015 löste die Firma LEGO® eine Kontroverse aus, als sie dem chinesischen Künstler Ai Weiwei, der die kommunistische Regierung Chinas offen kritisiert, einen Großauftrag verweigerte. Ai hatte zuvor LEGO® Steine verwendet, um Porträts von weltpolitischen Aktivisten zu erstellen. LEGO® sagte, es würde nicht direkt an Nutzer mit „politischen Absichten“ verkaufen. Ein Meinungsartikel in der Global Times, dem Sprachrohr der Kommunistischen Partei Chinas lobte LEGO® für seinen „guten Geschäftssinn“, während die Entscheidung bei Internet-Nutzern weltweit verurteilt wurde. LEGO® Fans boten an, LEGO® Steine an Ai Weiwei zu spenden.

2017

Im Jahr 2017 veröffentlichten Warner Bros. und The LEGO Group den Film The Lego Batman Movie als Spin-off, das auf einer der Hauptfiguren von LEGO®s erstem Animationsfilm basiert. 2017 hat LEGO® einen weiteren Animationsfilm mit dem Titel The LEGO Ninjago Movie veröffentlicht. Die Geschichte des Films konzentriert sich auf Lloyd Garmadon, einen Teenager-Ninja, der versucht die Wahrheit über seinen schurkischen Vater zu akzeptieren, während bereits eine neue Bedrohung auftaucht, die seine Heimat gefährdet. Im ersten Halbjahr 2017 verzeichnete LEGO® den ersten Umsatzrückgang seit 13 Jahren und kündigte im September 2017 den Abbau von 1.400 Arbeitsplätzen an.

Buchtipps

Das „inoffizielle“ LEGO®-Technic-Buch: Kreative Bautechniken für realistische Modelle LEGO® für echte Kerle: Lego®-Steine mit Elektronik zum Leben erwecken. LEGO® und Elektronik: Raspberry Pi, Arduino, Sensoren, Motoren und vieles mehr einsetzen und programmieren (mitp Professional)

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Wann wurde LEGO® Technic erfunden?

 

Quelle: wikipedia.org